Neuanfang

Da sitze ich nun in meiner neuen WG. Es ist ein schöner Altbau sehr zentral geworden. Die Mitbewohner durfte ich mir aussuchen. Mal schauen, wie wir uns zurechtfinden werden.

Nachdem ich nun vier Jahre in meiner Bachelor-Stadt gewohnt habe, wohne ich seit einer Woche in meiner Master-Stadt. Und ich kenne niemanden. Das ist ein wenig frustrierend. Nachdem alle Möbel aufgebaut und alle Kisten ausgepackt sind, kann man zwar das neue Zimmer genießen. Doch irgendwie fehlt der Kontakt zur Außenwelt. Ich versuche jeden Tag raus zugehen. Aber mit Regen und warten auf die Post lernt man doch niemand Neuen kennen.

Nach einer Woche nichts-tun freue ich mich nun darauf, dass die Uni anfängt. Da wird es Menschen geben. Ich kann mich über die Freizeitaktivitäten an der Uni informieren… und dabei endlich Menschen kennen lernen. Alleine sein ist das Schwerste am Neuanfang. Alles muss sich neu erarbeitet werden. Vor allem die Freundschaften. Alles andere hingegen ist einfach und gar nicht so wichtig.

Ich bin gespannt, wen ich treffen werde. Wie die Vorlesungen sein werden. Wie viele überhaupt im Kurs sind und was sich hier außerhalb des normalen Unterrichtes alles machen lassen kann.

Wohnungssuche

30-60 Minuten. Viele verschiedene Fragen. Und alle sind daraus ausgerichtet, zu erfahren, wie ich als Mitbewohnerin bin. Gehe ich aus? Lieber in eine Bar, einen Club oder in eine Disco? Was höre ich für Musik? Bin ich ordentlich? Brauche ich lange im Bad?

Aber wie sind eigentlich die aktuellen Bewohner so drauf? Sind sie mir sympathisch? Sind alle anwesend? Oder fehlt die Hälfte? Wie ist die Begrüßung? Wie die Verabschiedung? Finde ich die Wohnung gemütlich, steril oder unordentlich?

30 Minuten sind eine kurze Zeit um eine Entscheidung zu treffen. Danach lebe ich, wenn alles gut geht, mit den Menschen zusammen. Teile mir Bad, Küche und Wohnzimmer mit ihnen. Was, wenn der erste Eindruck sich als falsch herausstellt?

Ja, ich bin auf Wohnungssuche, speziell auf WG Suche. Alleine Wohnen möchte ich dann doch nicht. Vor allem nicht in einer mir fremden Stadt.
Es gibt aber so viele verschiedene Möglichkeiten zu wohnen, dass es mir fast unmöglich scheint, mich zu entscheiden. Darf es ein Altbau sein? Ein Neubau? Eine große oder kleine WG, gemischt oder nur Frauen. Großes oder kleines Zimmer. Doch am Ende liegt es auch an der WG. Und an meinem Bauchgefühl, dass ich während der Besichtigung hatte.

Zeitmanagement

Zeit zu planen ist gar nicht so einfach, wie ich immer dachte. Es kommt doch immer irgendetwas dazwischen. Wenn dann auch noch neue, andauernde Aufgaben dazu kommen, dann gerät dieses filigrane Gerüst der Zeiteinteilung ins wanken.

In den letzten Wochen habe ich versucht, dieses Gerüst wieder aufzubauen und alles darin unterzubringen, was mir wichtig ist. Gar nicht so einfach, zwischen wichtigen Aufgaben zu entscheiden, welche wirklich gemacht werden müssen und anderen, die auch einfach gestrichen werden können.
Früher dachte ich immer, dass die Bücher mit ihrem Priorisieren, Aufgaben wegstreichen und nicht allzu straffem Zeitplan ein wenig übertreiben. Aber im Endeffekt habe ich genau das gleiche gemacht. Unbewusst. Vielleicht aber auch nicht.

Dieses neue Zeitkonzept funktioniert inzwischen ziemlich gut. Ich komme damit klar und inzwischen habe ich sogar wieder Zeit zu schreiben. Das, was wichtig ist, kommt halt doch immer wieder zurück ins Leben =).