Internet

Internet zu haben ist zum einen ein Fluch und zum anderen ein Segen. Während der ersten paar Wochen gab es nur wenige Tage Internet zu Hause. Dadurch habe ich die Zeit sehr viel sinnvoller genutzt: gelesen, mich auf mein Studium konzentriert. Ich war produktiver, würde ich sagen. Aber dann kam das Internet wieder. Auf einmal saß man wieder vor dem Laptop, wusste gar nicht genau, was man im Internet machen sollte. Vorher gab es nur Internet an der Uni und da musste die Zeit zwischen den Vorlesungen sinnvoll gefüllt werden und es wurde nur das wirklich wichtigste erledigt.

Ein bisschen weniger Zeit verbringe ich schon im Internet. Mich hat aber meine Reaktion geschockt, als es kein Internet mehr gab. Ich wusste gar nicht wirklich, was ich nun machen sollte. Gut, am Anfang hat die Uni nicht einmal angefangen gehabt und ich hatte nichts zu tun. Aber dann, langsam und stetig, wusste ich auf einmal, was man auch ohne Internet tun kann. So schlecht war es gar nicht.

Vielleicht sollte ich öfter Internet-freie-Tage einrichten.

Wieso stört es mich überhaupt nicht, kein Internet auf See zu haben?

Zeitmanagement

Zeit zu planen ist gar nicht so einfach, wie ich immer dachte. Es kommt doch immer irgendetwas dazwischen. Wenn dann auch noch neue, andauernde Aufgaben dazu kommen, dann gerät dieses filigrane Gerüst der Zeiteinteilung ins wanken.

In den letzten Wochen habe ich versucht, dieses Gerüst wieder aufzubauen und alles darin unterzubringen, was mir wichtig ist. Gar nicht so einfach, zwischen wichtigen Aufgaben zu entscheiden, welche wirklich gemacht werden müssen und anderen, die auch einfach gestrichen werden können.
Früher dachte ich immer, dass die Bücher mit ihrem Priorisieren, Aufgaben wegstreichen und nicht allzu straffem Zeitplan ein wenig übertreiben. Aber im Endeffekt habe ich genau das gleiche gemacht. Unbewusst. Vielleicht aber auch nicht.

Dieses neue Zeitkonzept funktioniert inzwischen ziemlich gut. Ich komme damit klar und inzwischen habe ich sogar wieder Zeit zu schreiben. Das, was wichtig ist, kommt halt doch immer wieder zurück ins Leben =).

Zeit

Seit Mittwoch bin ich mit all meinen Prüfungen für dieses Semester durch und es ist ein sehr seltsames Gefühl. Während des Semester musste ich immer für eine der Sprachen lernen, die ich angefangen habe. Sei es Grammatik, Vokabeln oder Schriftzeichen. Das hat sich am Ende bei mir einfach schon so eingegliedert in den Alltag, dass ich statt Videos zu schauen lieber gelernt habe.

Nachdem ich die Prüfungen geschrieben habe, fingen die anderen Prüfungen an, für die ich jeden Tag lernen musste. Dazu habe ich gearbeitet und hab auch sonst all meine Freizeitaktivitäten beibehalten, damit ich einen Ausgleich zum lernen habe. Jetzt war es aber Mittwoch nach der letzten Prüfung so, dass ich weder lernen, noch arbeiten noch sonst was machen musste und ich war verwirrt, denn ich wusste nicht, was ich tun sollte.

Ich habe versucht einen Film zu schauen, aber nach 20min konnte ich dem nicht mehr folgen, da ich den Gedanken hatte, irgendetwas sinnvolles tun zu müssen. Ich hatte Glück und meine Mitbewohnerin hat mich ein wenig aus diesem Nichtstun heraus geholt und wir sind Bouldern gegangen. Aber wäre sie nicht auf die Idee gekommen, würde ich mich immer noch fragen, was ich tun könnte.

So langsam, nach zwei Tagen Pause, habe ich auch selber Ideen, was ich machen kann. Ich habe wieder angefangen zu lesen und arbeite so langsam meinen Stapel ungelesener Bücher ab. Ich habe wieder Zeit zum Gitarre spielen, was einfach unglaublich toll ist. Und ich habe schon ganz viel Zeit darin investiert, die nächsten zwei Monate zu planen, von denen ich vier Wochen nicht in Deutschland sein werde. Der Sommer wird auf jeden Fall spannend =).