Wohnungssuche

30-60 Minuten. Viele verschiedene Fragen. Und alle sind daraus ausgerichtet, zu erfahren, wie ich als Mitbewohnerin bin. Gehe ich aus? Lieber in eine Bar, einen Club oder in eine Disco? Was höre ich für Musik? Bin ich ordentlich? Brauche ich lange im Bad?

Aber wie sind eigentlich die aktuellen Bewohner so drauf? Sind sie mir sympathisch? Sind alle anwesend? Oder fehlt die Hälfte? Wie ist die Begrüßung? Wie die Verabschiedung? Finde ich die Wohnung gemütlich, steril oder unordentlich?

30 Minuten sind eine kurze Zeit um eine Entscheidung zu treffen. Danach lebe ich, wenn alles gut geht, mit den Menschen zusammen. Teile mir Bad, Küche und Wohnzimmer mit ihnen. Was, wenn der erste Eindruck sich als falsch herausstellt?

Ja, ich bin auf Wohnungssuche, speziell auf WG Suche. Alleine Wohnen möchte ich dann doch nicht. Vor allem nicht in einer mir fremden Stadt.
Es gibt aber so viele verschiedene Möglichkeiten zu wohnen, dass es mir fast unmöglich scheint, mich zu entscheiden. Darf es ein Altbau sein? Ein Neubau? Eine große oder kleine WG, gemischt oder nur Frauen. Großes oder kleines Zimmer. Doch am Ende liegt es auch an der WG. Und an meinem Bauchgefühl, dass ich während der Besichtigung hatte.

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Zukunft?

Es sind Semesterferien. Nach sieben Semestern haben die meisten aus meinem Studiengang nun ihr Studium abgeschlossen und ihre letzte Klausur geschrieben. Das letzte Mal wurden die Lichter im Vorlesungssaal ausgeknipst und ein letztes Mal sind sie hinaus an die frische Luft gegangen.
Es stellt sich die Frage: Was kommt jetzt? Und wo siehst du dich in 10 Jahren?

Um ganz ehrlich zu sein, ich hatte keine Ahnung und habe immer noch keine Ahnung, was passieren wird. 10 Jahre sind eine so lange Zeit… Vor 10 Jahren war mein einziger Wunsch, mit meiner damaligen besten Freundin in die gleiche Klasse zu kommen (es hat nicht geklappt). Dass ich danach ein Austauschjahr machen würde oder genau das studieren würde, was ich nun studiere, war für mich unvorstellbar.

Woher soll ich also nun wissen, wo ich in 10 Jahren stehe? Wirklich weiser geworden bin ich nicht. Familienplanung und Karriere hält sich auch in Grenzen. Ich möchte in meinem Leben glücklich sein und hinter all den Entscheidungen stehen, die ich getroffen habe – seien es Gute oder Schlechte. Ich möchte Stolz auf mein Leben sein und meinen Enkeln irgendwann mit leuchtenden Augen von meinen Abenteuern berichten.

Ich bin gespannt, wo ich in 10 Jahren stehen werde. Was ich mache, wie ich mich in der Frage: Master oder Reisen? entschieden habe. Ein halbes Jahr Studium habe ich noch, dann darf ich mich Ingenieurin nennen. Und danach? – Ich werde euch auf dem Laufenden halten.